Lebendige Erinnerungen: Ideen, um alte Gegenstände und Fotos zu archivieren

Alte Erinnerungen

Das Poesiealbum aus der Grundschulzeit, die ersten Liebesbriefe, Urlaubs- und Kinderfotos – alles Erinnerungen an längst vergangene Zeiten. Gerade im Seniorenalter erinnert man sich gerne an Menschen und Erlebnisse aus früheren Jahren, an alte Schulkammeraden, Ferienlager oder den Abschlussball zurück. Viele Erinnerungen bleiben im Gedächtnis, manchmal sind es aber auch Dinge, die man all die Jahre aufgeboben hat, die an alte Zeiten erinnern wie die ersten Kinderschuhe oder die Lieblingsschallplatte. Oft werden diese Erinnerungsstücke lieblos auf dem Speicher oder im Keller aufbewahrt und selten noch einmal hervorgekramt.

Beim Aufräumen oder vor dem nächsten Sperrmülltermin fallen einem dann diese Erinnerungsstücke in die Hände, und die Entscheidung, was man aufheben und was man wegwerfen soll, fällt schwer. Dabei haben viele Schmuckstücke dieser Art einen besseren Platz verdient als im Keller oder auf dem Müll. Wer im Alter eine sinnvolle Beschäftigung sucht und sich dabei auf eine Reise durch die eigene Vergangenheit begeben möchte, sollte diesen Erinnerungsstücken jetzt den passenden Rahmen geben und sie für sich selbst, aber auch für Kinder und Enkelkinder, zu erhalten.

Erinnerungen mit System sammeln

Egal, ob Gegenstände, Erlebnisse, Fotos, Filme oder Tonträger: Um diese Erinnerungen zu sammeln und aufzubewahren, gibt es viele Möglichkeiten. Die alte Puppe aus der Kinderzeit oder ein Möbelstück, das schon lange ausrangiert wurde, kann manchmal mit wenig Aufwand restauriert werden und in der Vitrine oder einem Nebenzimmer als historisches Einzelstück landen. Bei alten, vergilbten Fotos oder Tonträgern ist es sinnvoll, diese zu digitalisieren und ihnen somit neues Leben einzuhauchen. Aber auch persönliche Erlebnisse, die man aufgeschrieben hat oder noch aus dem Gedächtnis weiß, sind es Wert, für immer festzuhalten.

Bevor man nun anfängt, über die weitere Verwertung der Erinnerungen zu entscheiden, sollte man am besten erst einmal eine Bestandsaufnahme machen und sie sortieren. Was besitze ich, was erhaltenswert wäre? Wo liegen alte Fotoalben oder sind Schuhkartons mit alten Briefen? Ganz grob kann man alles wie folgt aufteilen:

  • Gegenstände wie alte Puppen und Teddys, Haushaltsgegenstände wie Besteck, Kaffeedosen sowie Kinderschuhe und Kleidung usw.
  • Medien wie Fotos, Dias oder Filme, Schallplatten oder Tonbänder, Zeitungsauschnitte, Postkarten oder Briefe
  • Möbelstücke wie alte Stühle, Tische, Schränke etc.

1. Platz zum Aufbewahren von Gegenständen und Kleidung

Es ist immer etwas Besonderes, wenn man bestimmte Utensilien wie Puppen, Teddys oder eine alte Armbanduhr aufgehoben hat, die für einen selbst einen besonderen Erinnerungswert haben. Auch wenn sie letztendlich keinen hohen materiellen Wert besitzen, sind sie doch mit persönlichen Erinnerungen verbunden. Man kann natürlich nicht alles aufheben, was man einmal geschenkt bekommen hat, aber wenn der Zustand einzelner Dinge noch in Ordnung ist, können sie entweder zur Deko dienen oder einfach aufbewahrt werden. Puppen oder Teddys können mit ein wenig Geschick wieder ansehnlich gemacht und beispielsweise in einer Vitrine oder einem Schrank mit Glastür untergebracht werden, so dass sie stets angeschaut werden können. Andere Dinge wie eine alte Armbanduhr können auf ihre Funktion überprüft werden und bei einem Defekt gegebenenfalls von einem Uhrmacher wieder funktionsfähig gemacht werden. Man kann solche Erinnerungen gut in Geschenkkartons aufbewahren, die es in Bastelgeschäften zu kaufen gibt. Man kann solche Boxen aber auch ganz einfach selber basteln [1]. Mit Wattestäbchen und Isopropanol kann man metallische Gegenstände auch gut reinigen, bevor man sie in einer Aufbewahrungsbox archiviert.

2. Alte Fotos, Filme und Tonträger restaurieren

Fotos sind eine besondere Erinnerung an Ereignisse, die oft nur einmal im Leben stattfinden: Die Geburt oder Taufe eines Kindes, Kommunion oder Konfirmation, Urlaubsreisen, Hochzeiten – die Liste könnte man unendlich fortsetzen.

Leider verändern sich Fotos im Laufe der Zeit: Alte Schwarzweiß-Fotos aus den 50er Jahren vergilben, Farbfotos aus den 70ern verblassen. Um sie möglichst originalgetreu zu erhalten, sollte man sie digitalisieren.

Zugegeben, alte Fotos kommen am besten zur Geltung, wenn man sie sich im Original anschaut, aber dennoch kann es nicht schaden, sie zusätzlich einzuscannen und eine digitale Kopie davon auf einem Datenträger anzulegen. Zudem können die Fotos anschließend mit einer Software bearbeitet werden. Auch alte Briefe oder Zeitungsausschnitte lassen sich auf diese Weise digital erhalten.

Zunächst benötigt man einen Scanner mit einer hohen Auflösung, damit die Fotos in möglichst hoher Qualität digitalisiert werden können. Wer alte Dias besitzt, sollte darauf achten, dass der Scanner einen Dia-Aufsatz besitzt. Wer alte Fotos besitzt, die sehr gut erhalten oder zu groß für einen herkömmlichen Scanner sind, kann die Bilder auch von einem Fotofachgeschäft digitalisieren lassen, was allerdings oft nicht ganz billig ist. Nach dem Scannen können die Fotos bearbeitet bzw. restauriert werden. Manchmal sind bestimmte Fotos nicht mehr vollständig vorhanden oder die Farben sind inzwischen so stark verändert, dass die Bilder nicht mehr ansehnlich sind. Mit digitaler Nachbearbeitung lassen sich die Fotos so restaurieren, dass sie fast wie neu aussehen. Oft findet man sogar kostenlose Software dazu im Internet, besser sind jedoch Programme wie Adobe Photoshop, für das es auch zahlreiche Plugins gibt, die speziell für die Fotorestaurierung dienen. Allerdings sind zur Bedienung von professionellen Programmen wie Photoshop einschlägige Kenntnisse nötig, die man aber auch in Volkshochschulkursen [2] erwerben kann.

Hat man die Fotos digital und fertig bearbeitet auf der Festplatte, kann man sie entweder via USB-Stick oder über eine Wireless-LAN-Verbindung auf einem modernen Fernseher anschauen – als Pedant zu früheren Dia-Abenden – oder beispielsweise ein schönes Album für sich selbst, Verwandte oder Freunde zusammenstellen. Entweder man bestellt einzelne, ausgewählte Fotos beim Fotohändler nach oder druckt sie auf einem der zahlreichen Fotodrucker in Drogeriemärkten direkt selbst aus, oder man stellt ein Fotobuch zusammen, das komplett mit den ausgewählten Fotos gedruckt wird und in verschiedenen Variationen erhältlich ist [3]. Mittels einer kostenlosen Software können Fotobücher ganz einfach am PC erstellt werden. Auch Kalender oder Poster lassen sich auf diese Weise selbst kreieren. Fotobücher oder -kalender sind oft eine schöne Geschenkidee von den eigenen Kindern für Senioren, die mit den neuesten Familienfotos gestaltet werden. Warum nicht auch mal umgekehrt den Kindern und Enkeln ein Album mit den alten Kinderfotos von Oma und Opa verschenken?

Alte Erinnerungen Ideen

Manchmal existieren auch noch alte Tonbänder mit privaten Aufnahmen, zum Beispiel den ersten Sprechversuchen des Kindes, einer musikalischen Einlage der Liebsten oder einfach nur spontanen Aufnahmen, die nach vielen Jahren eine besondere Erinnerung sein können. Da sich Tonbänder oder Cassetten nach vielen Jahren an Qualität verlieren, kann man auch diese Aufnahmen digitalisieren. Sofern noch ein funktionsfähiges Abspielgerät vorhanden ist, kann man mit Hilfe der richtigen Kabelverbindungen die alten Bänder oder Cassetten selbst digitalisieren, in dem man das Gerät mit dem Soundkarteneingang des Computers verbindet. Mit Hilfe einer Audiosoftware können die Aufnahmen dann in eine digitale Form, z. B. mp3, gebracht werden.

Zur Digitalisierung von alten Schallplatten gibt es inzwischen sogar Plattenspieler mit USB-Anschluss, die man bei einigen Elektronikversandhäusern im Internet bestellen kann. Die Qualität solcher Geräte ist jedoch oft zweifelhaft, sie reicht aber für den Hausgebrauch meist aus.

Auch alte Videos oder Filme kann man selbst digitalisieren, hierfür wird jedoch ein Videoeditor auf dem PC benötigt. Wer noch alte Super-8-Filme besitzt, kann diese auch von einem speziellen Dienstleister digitalisieren lassen, die man im Internet ausfindig machen kann.
Wer sich im Seniorenalter mit Computern und Digitalisierung nicht auskennt, sollte einfach mal seine Kinder oder Enkelkinder fragen, die hier oft weiterhelfen können. Aber dennoch ist es nie zu spät, sich selbst mit der modernen Technik zu beschäftigen und sich Kenntnisse im Umgang mit Computern anzueignen.

3. Möbel restaurieren

Mit dem Aufbewahren von alten Möbelstücken ist es oft so eine Sache. Fehlt es an Aufstellmöglichkeiten oder passen die alten Möbel einfach von Stil her nicht in die modernere Einrichtung, muss man sich entscheiden: Ab damit zu „Bares für Rares“ oder sie wieder von einem Möbelrestaurator salonfähig machen lassen. Wer etwas handwerkliches Geschick besitzt, kann das eine oder andere gute Stück auch selbst restaurieren oder reparieren [4]. Manchmal kann man Stühle oder Schubladen in alten Schränken mit ein paar Handgriffen wieder in Ordnung bringen. Ideal wäre ein eigenes Zimmer, um die alten Möbelstücke dort aufzubewahren oder daraus einen stilvollen Raum zu gestalten, der an frühere Zeiten erinnert. Manch altes Möbelstück eignet sich aber auch dazu, als Einzelstück in eine passende Ecke aufgestellt zu werden. Wer die alten Möbel dann doch nicht mehr gebrauchen kann, kann sie immer noch verkaufen. Es gibt viele Sammler, die sich darüber freuen. Aber auch in der Verwandtschaft freut sich der eine oder andere möglicherweise über ein altes Möbelstück, das er noch aus seiner Kindheit kennt und gerne behalten möchte. So verbleibt es zumindest im Familienbesitz und erfährt eine sinnvolle Verwendung.

Recherchequellen

[1] http://www.billes-bastelecke.de/Anleitungen/schachteln/grundanleitung/grundanleitung.htm
[2] https://www.volkshochschule.de/
[3] https://www.ifolor.ch/fotobuch
[4] https://www.cleanipedia.com/de/boden-wischen-und-flaechen/antike-moebel-restaurieren-7-wichtige-tipps.html


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