Personalnotstand in der Pflege: Was Staat & Unternehmen tun wollen

Personalnotstand Pflege

Durch die steigende Lebenserwartung werden Menschen immer älter und viele davon sind ab einem gewissen Alter pflegebedürftig. Der Großteil der Pflegebedürftigen möchten ihren Lebensabend zuhause in der Familie verbringen. Aber ein geeignetes „Wohnen im Alter“ steht nicht jedem zur Verfügung. Angehörige sind oft nicht gewillt oder einfach nicht in der Lage die Pflegetätigkeiten zu erfüllen. Als letzte Alternative für die Senioren bleibt die Pflege im Heim. Doch der Pflegenotstand wird jedes Jahr größer, das Personal in den Heimen ist völlig überfordert und die Pflege leidet.

Gemeinsame Pflegeaktion

In der Politik kümmert sich das zuständige Ministerium, allen voran Gesundheitsminister Span, SPD-Ministerkollegen F. Giffrey aus dem Ressort Familie und H. Heil als Arbeitsminister (Wirtschaft), durch eine aufeinander abgestimmte Aktion (konzertierte Pflegeaktion) um eine Lösung im Pflegenotstand.

Es sollen bei dieser Aktion neben der Politik auch die Länder, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Krankenkassen, alle betroffenen Verbände und Kirchen mit ins Boot geholt werden. Bisher kam man zum Ergebnis, dass bis zum Jahr 2023 die Zahl der Auszubildenden in der Pflege um 10% erhöht werden soll [1].

Pflegenotstand steigt weiter

In Deutschland fehlen laut Bundesministerium für Gesundheit rund 38.000 Pfleger und auf 100 unbesetzte Stellen kommen 26 als arbeitslos gemeldete Pflegefachkräfte. Die unbesetzten Stellen steigen weiter und die Zahl der Pflegebedürftigen von heute von 3,3 Millionen Menschen, werden bis zum Jahr 2050 auf 5,3 Millionen gewachsen sein.

Ansätze zur Problemlösung

Woher sollen die neuen Pflegefachkräfte kommen?

  1. Laut zuständigen Ministern sollen Fachkräfte, die aus dem Beruf ausgestiegen sind zurückholt werden.
  2. Eine Reform in der Pflegeausbildung soll die Umschulung von Beschäftigten aus anderen Branchen ermöglichen.
  3. Schaffung von 5000 Weiterbildungsplätzen, um Menschen für die Pflege zu qualifizieren.
  4. Außerdem will man Pflegekräfte aus dem Ausland holen.

In welche Richtung soll die Problemlösung gehen?

Die zuständigen Minister sind sich einig, dass Pflegekräfte mehr Anerkennung und eine bessere Bezahlung verdienen. Die Pflege muss attraktiver werden, indem die Pflegekraft entlastet wird und zugleich mehr Zeit für die Betreuung der Pflegebedürftigen bleibt.

„Konzertierte Aktion“ Pflege – Detailergebnisse

  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen: Die Pflegekräfte brauchen genügend Kolleginnen und Kollegen an ihrer Seite, verlässliche Dienstpläne, das heißt nicht ständig einspringen müssen und gesundheitserhaltende, transparente Arbeitsbedingungen.
  • Steigerung der Auszubildenden um 10%: Ausbildungsoffensive mit Informations- und Öffentlichkeitskampagnen will für die neue Ausbildung Pflegefachfrau werben [2]. Mindestens 5.000 Weiterbildungsplätze zur Nachqualifizierung von Pflegehelfer und Pflegehelferinnen sollen eingerichtet werden.
  • Bessere Bezahlung: Die Entlohnungsbedingungen in der Pflege ist zu verbessern und das Pflegpersonal in Ost- und Westdeutschland soll dieselbe Entlohnung bekommen.
  • Verbindliche Regeln für Besetzung mit Pflegekräften in Pflegeheimen und Krankenhäusern einführen: Ein entsprechendes Konzept soll erstellt werden.
  • Mehr Verantwortung für Pflegefachkräfte: Sie sollen mehr Entscheidungsbefugnisse bekommen.
  • Digitalisierung in der Pflege: Dies soll die Arbeit der Pflegekräfte erleichtern, damit auch mehr Zeit für die Pflege bleibt [3].
  • Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland erleichtern: Es soll eine zentrale Servicestelle für berufliche Anerkennung und ein Gütesiegel für private Vermittler ausländischer Pflegekräfte mit Fach- und Sprachausbildung gegründet werden.

Mit der Umschulung in den Pflegeberuf eröffnen sich neue Chancen für Menschen, die sich in einer ungewollten Arbeitslosigkeit befinden. Es können Arbeitssuchende oder Wiedereinsteiger mit Berufserfahrung durch ein breites Themenspektrum in der Weiterbildung neu durchstarten. Laut unserem Interview mit E. Scharfenberg, Sprecherin für Pflege-und Altenpolitik, wird zunehmend versucht in der Gesellschaft Potentiale einer älteren Gesellschaft zu sehen.

[1] https://www.bundesgesundheitsministerium.de/strategie-fuer-pflege.html
[2] https://www.wbs-schulen.de/pflegefachmann-pflegefachfrau-ausbildung/
[3] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/100351/Digitalisierung-in-Pflegeeinrichtungen-kommt-voran“


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