Enkelkinder unterstützen ihre Großeltern: Tipps für Erleichterungen und Hilfen im Alltag (Gastbeitrag)

Grosseltern unterstützen

Oma und Opa waren immer da, wenn die Enkelkinder beaufsichtigt werden mussten. Sie unternahmen etwas mit den Kleinen, fuhren gemeinsam in den Urlaub und waren auch im Alltag jederzeit Tröster und Helfer, vertraute Bezugsperson und Retter in der Not. Doch je älter die Kinder werden, desto mehr verändert sich die Situation. Ein Gastbeitrag von Jürgen Busch, dem Autoren von Grossvater.de.

Das Basteln und Werken mit den Kindern sind nun nicht mehr so gefragt. Denn auch die Großeltern werden älter, brauchen hier und da Hilfe, wo sie früher allein klarkamen. Die körperlichen Kräfte lassen nach, vielleicht auch die geistigen Fähigkeiten oder auch nur das Interesse, den modernen Errungenschaften geistig folgen zu wollen.

Enkelkinder und Großeltern mit veränderten Rollen

Nein, sie tauschen die Rollen nicht. Vielmehr geben die Großeltern Aufgaben ab wie zum Beispiel das Beaufsichtigen der Kinder beim Spielen.

Grosseltern SportJetzt sind es Oma und Opa, die ab und zu eine neue Anregung bekommen sollten, die dazu aufgefordert werden müssen, sich zu bewegen. Die Enkelkinder sind hier gefordert, denn sie sollten unbedingt einen gesunden Mittelweg zwischen der Aufforderung, aktiver zu sein, und einem diplomatischen Wink mit dem Zaunpfahl finden. Ein Beispiel: Wird Opa gedrängt, sich endlich mehr zu bewegen, wird er dies vielleicht schon aus Trotz nicht machen wollen. Bekommt er aber einen Tennisschläger geschenkt (den zweiten behält das Enkelkind) und es werden gemeinsame Sportstunden vereinbart, so lässt sich Opa ganz diplomatisch „in die richtige Richtung schubsen“. Generell müssen die Enkelkinder versuchen, die Großeltern zu unterstützen und sowohl geistig als auch körperlich zu fordern, dürfen sie aber nicht überfordern. Das Wohlbefinden sollte über allem stehen!

Das können Enkel für Oma und Opa tun

Die folgenden Tipps sind dem Alltag mit Großeltern entnommen und stellen Herausforderungen dar, die so oder in ähnlicher Form auf die meisten Menschen der älteren Generation zukommen. Immer sind es die Enkelkinder, die helfen können und die ihren geliebten Großeltern im Alltag unter die Arme greifen sollten.

Mehr Mobilität

Oma und Opa sind körperlich vielleicht ein wenig eingeschränkter, zumal mit zunehmendem Alter die Kraft nachlässt. Enkel können für die nötige Mobilität sorgen, indem sie zum Beispiel ein E-Bike für Oma und Opa kaufen und Radtouren mit den Großeltern unternehmen. Auch die Beratung beim Kauf eines Rollators wird benötigt, wobei hier unter anderem auch der psychologische Aspekt („Das brauche ich doch nicht!“) zu berücksichtigen ist. Im Haus der Großeltern sollte für die nötige Barrierefreiheit gesorgt werden – Einstiegshilfen für die Badewanne, keine Schwellen, Treppenlift oder Aufzug sind einige Möglichkeiten, wie Großeltern auch mit eingeschränkter Beweglichkeit noch autonom wohnen können

Hilfe bei Förderanträgen

Das Amtsdeutsch ist manchmal beim besten Willen nicht zu verstehen – verständlich, wenn Oma und Opa keine Förderanträge ausfüllen und sich damit auseinandersetzen wollen. Doch das altersgerechte Wohnen wird staatlich gefördert und das wiederum erfordert einen gewissen Verwaltungsaufwand. Diesen können die Enkelkinder ihren Großeltern abnehmen und erledigen Behördengänge, Gespräche mit der Bank usw.

Technische Hilfe

Grosseltern DigitaltechnikViele ältere Menschen beharren auf ihrem bisherigen technischen Standard. Strom- und Telefonanbieter werden keiner Kostenüberprüfung unterzogen, ein Wechsel von Versicherungen kommt nicht infrage. Hier ist es Sache der Enkelkinder, Vergleichsangebote einzuholen und die Großeltern davon zu überzeugen, dass eine Kündigung und ein Neuvertrag manchmal doch die bessere Wahl sind. Oder der Kauf eines Smartphones, um mobil erreichbar zu sein, mit den Enkeln und Urenkeln per Videotelefonie zu sprechen, Bilder zu teilen usw. Mit der richtigen Erklärung ist die Angst vor Neuem bald verschwunden!

Gesundheit unterstützen

Grosseltern unterstützenAls die Enkelkinder kleiner waren, standen Gesellschaftsspiele auf dem gemeinsamen Tagesplan. Warum denn später nicht mehr? Enkel und Großeltern finden sicherlich verschiedene Angebote, um „Gehirnjogging“ zu betreiben und gemeinsam geistig fit zu bleiben oder gar zu wachsen.

Außerdem sollten die Enkel die Gesundheit der Großeltern im Blick haben. Lassen die Augen und Ohren nach, sollte hier dezent vorgegangen werden. Nicht den Blick auf die nachlassenden Fähigkeiten lenken, sondern auf die Möglichkeiten, die die Zukunft dank kleiner medizinischer Unterstützungen noch bietet!


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