„Munay tanzt“ – ein besonderes Filmprojekt über Alter, Aufbruch und Abenteuer

Munay tanzt

Wer glaubt, dass die Anzahl der Lebensjahre entscheidend ist, den belehrt Munay, eine liebenswerte ältere Dame, eines Besseren: Der Filmemacher Mario Kanzinger aus Südbaden hat die 75-Jährige auf ihrer Reise quer durch Deutschland begleitet und den Dokumentarfilm „Munay tanzt“ gedreht, der Hoffnung und Lebensfreude verbreitet.

Doch zunächst die Frage: Wer ist Munay? Munay ist eine 75-jährige sehr charismatische ältere Dame, die 27 Jahre lang im idyllischen Schwarzwald zu Hause war. Das Besondere an ihr ist aber nicht nur ihre liebenswerte, charismatische Persönlichkeit, sondern auch ihr Mut, mit 75 Jahren noch einmal ganz von vorne zu beginnen. Zu Beginn des Dokumentarfilmes wird Munays urtümliches Schwarzwaldhaus mit dem alten Holzherd gezeigt, ein Ort, der ihr sehr ans Herz gewachsen ist.

Munay beschließt jedoch, alles zurückzulassen und im wahrsten Sinne des Wortes die Zelte abzubrechen: „Ich habe Vertrauen, dass das Leben für mich sorgt und dass ich noch jung bin“, begründet die sympathische Protagonistin zu Beginn des Films ihre Entscheidung für einen Neuanfang. Sie berichtet aber auch, dass sie anfangs niemandem von ihren Plänen erzählen wollte, um sich nicht durch kritische Einwände irritieren zu lassen.

Munays Entscheidung, noch einmal von vorne zu beginnen, steht fest, doch wieder in einer 2-Zimmer-Wohnung mit Betonwänden leben? „Das geht nicht mehr“, sagt sie entschieden. Stattdessen hat die 75-Jährige einen besseren Plan gefasst: Ausgerüstet mit nur einem Zelt und einem Rucksack, beschließt sie, einmal quer durch Deutschland zu wandern, vom äußersten Zipfel im Süden, Konstanz, bis zum äußersten Norden, nach Flensburg. Munay zieht es in ihre geliebte Natur, um sich selber wiederzufinden, denn „ich habe mich verloren“, wie sie schildert. Ihre Reise ist von absolutem Minimalismus geprägt, um wieder zum Wesentlichen vorzudringen.

Und so beginnt Munays große Wanderung am plätschernden Ufer des Bodensees. Der Dokumentarfilm zeigt zunächst die Imperia, das Wahrzeichen Konstanz‘, und eine unbeschwerte Wanderin, die überglücklich ist, „dass es endlich losgeht“. Mit Kniestrümpfen, kurzem Rock und Rucksack sieht man die 75-Jährige wandern und hüpfen wie ein fröhliches Kind. Sie umarmt mächtige, alte Bäume und genießt es, frei zu sein.

Munay gelingt ihre große Reise. Dem Filmemacher Mario Kanzinger wiederum ist ein begeisternder Dokumentarfilm gelungen, der die Abenteurerin in den verschiedensten Landschaften Deutschlands in beeindruckender Weise zeigt. Herausgekommen ist ein Roadmovie der besonderen Art, der nachhaltigen Eindruck hinterlässt, und der unterstreicht, wie sich das berühmte Zitat von Konrad Adenauer bewahrheitet: „Man darf niemals „zu spät“ sagen. Auch in der Politik ist es niemals zu spät. Es ist immer Zeit für einen neuen Anfang.“

Mehr über den Film gibt es unter https://www.startnext.com/munay-tanzt oder unter https://incognito-film.de/?page_id=1284.

Über die Autorin

BabicMarijana Babic ist Literaturwissenschaftlerin und Historikerin. Nach einigen Jahren im Verkauf hat sie sich nach Abschluss ihres Magister-Studiums 2006 als Journalistin, Texterin und Lektorin selbstständig gemacht. Schwerpunkte dabei sind Soziales, Psychologie und Psychopharmakologie. Eine neue Website befindet sich derzeit noch im Aufbau.

Marijana Babic
Heinrich-Fuchs-Straße 120
69126 Heidelberg
E-Mail: marijana.babic@outlook.de
Telefon: 06221 433 5307


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