Invalidenrente: Voraussetzungen, Anspruch & Berechnung

InvalidenrenteDie Invalidenrente – auch als Erwerbsunfähigkeits- oder Erwerbsminderungsrente bezeichnet – steht jedem zu, der aus gesundheitlichen Gründen vor der Pensionierung seine Arbeitskraft verliert. Voraussetzung ist jedoch, dass während der Erwerbsfähigkeit in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt worden ist. Durch die Rentenreform haben sich die Bestimmungen von früher jedoch verändert und sind strenger geworden.

Was bedeutet Invalidität bei der Invalidenrente?

Darunter versteht man den dauerhaften Verlust geistiger oder körperlicher Kräfte, welche zur Ausübung des Berufs notwendig sind. Unwichtig dafür ist, ob der Invalide seine Erwerbsfähigkeit aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit verloren hat. In beiden Fällen kann er unabhängig vom Grad seiner Invalidität die sogenannte Invalidenrente beantragen.




Diese wird ihm allerdings nur dann zugesprochen, wenn er in den vergangenen fünf Jahren mindestens drei Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Aus diesem Grund muss die Rente auch bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden. Wichtig für den Antrag ist außerdem ein fachkundiges Gutachten von einem Mediziner, welches die Berufsunfähigkeit bestätigt.

Wie hoch ist die Erwerbsunfähigkeitsrente?

Die Höhe der Erwerbsunfähigkeitsrente orientiert sich danach, wie hoch die bisherigen Beiträge gewesen sind, die in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt worden sind. Laut Gesetzgeber beträgt die Rente 6,8 Prozent der voraussichtlichen Rente zum Zeitpunkt der Invalidität. Im konkreten Fall bedeutet das: Je jünger Sie invalide werden, desto niedriger fällt die Höhe Ihrer Erwerbsunfähigkeitsrente aus.

Maßgeblich für die Höhe ist außerdem der Grad der Behinderung. Liegt dieser bei mindestens 40 Prozent, erhält der Berufsunfähige die sogenannte Viertelrente. Ab einer Invalidität von 70 Prozent wird die volle Rente bezahlt. Außerdem gilt: Ist die Behinderung durch einen Arbeitsunfall entstanden und existiert eine Unfallversicherung, kann die Invalidenrente bei 90 Prozent des bisherigen Gehalts liegen.

Neue Regelungen bei Invalidenrente seit der Rentenreform

Der Gesetzgeber hat inzwischen den Zugang zur Erwerbsunfähigkeitsrente erschwert. So ist es heute nicht mehr möglich, diese zu beantragen, wenn die Invalidität durch Berufskrankheiten bedingt ist. Diese Möglichkeit besteht nur noch für Erwerbstätige, die vor dem 2. Januar 1961 geboren worden sind.

Einer Friseurin zum Beispiel, die aufgrund einer Allergie gegen Färbemittel ihren Beruf nicht mehr ausüben kann, steht nach der Rentenreform keine Invalidenrente mehr zu. Der entscheidende Punkt ist, dass sie lediglich berufsunfähig, aber nicht erwerbsunfähig ist, da die Allergie die Friseurin nicht davon abhält, einen anderen Beruf wie beispielsweise Verkäuferin oder Büroangestellte zu ergreifen. Der Gesetzgeber beruft sich in diesem Fall darauf, dass die Berufsunfähigkeit eine Umschulung nicht verhindert, die wiederum die Erwerbsfähigkeit erhalten kann.

Eine Invalidenrente in vollem Umfang steht einem daher nur dann zu, wenn man innerhalb einer 5-Tage-Woche aufgrund der geistigen oder körperlichen Beschwerden weniger als drei Stunden pro Tag fähig ist, zu arbeiten. Kann der Berufsunfähige jedoch mehr als drei, jedoch weniger als sechs Stunden täglich in einer 5-Tage-Woche arbeiten, erhält er laut dem Gesetzgeber eine Erwerbsminderungsrente. Eine Ausnahme stellt der Fall dar, wenn sich keine Teilzeitstelle finden lässt.

Privat vorsorgen statt sich auf den Staat zu verlassen




Um für den Falle eines Falles finanziell abgesichert zu sein, ist es seit der Rentenreform „leider“ noch empfehlenswerter geworden, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Die Beiträge sind unterschiedlich hoch, weil sie sich nach dem Alter und Beruf des Versicherungsnehmers richten. Ein Bürokaufmann mit 30 zahlt dementsprechend deutlich weniger als ein 50-jähriger Dachdecker. Wer auf diese Weise versichert ist und invalide wird, erhält die Rentenzahlungen unabhängig davon, ob er nur berufsunfähig oder komplett erwerbsunfähig geworden ist.

Bildquelle: Halfpoint – Fotolia.com


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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Harald Wehner kommentierte am 10. November 2017 at 23:02

    Ick bin Deutscher und habe jahrelang in die Rentenkasse eingezahlt,lebe jetzt aber in Australien und bin Invalide.In Deutschland habe ick Antrag auf Invalidenrente gestellt.Der Antrag läuft jetzt schon seit über 18 Monate und become immernoch kene Rente.Was ist los in D-schland das dat so lange dauert?“Asylanten“ bekommen nach 2 Wochen Geld.

  2. Kahl Uta kommentierte am 9. Juni 2017 at 11:58

    Ich hatte nach Invalidenrente in Österreich gefragt. Dieser Kommentar betrifft aber die BRD. Hier gibt es den Begriff allerdings nicht, es heißt Erwerbsminderungsrente, vor 2001 Erwerbsunfähigkeitsrente

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