Was kosten ambulante und stationäre Pflege? Ein Vergleich

PflegekostenIm Alter sind viele Menschen plötzlich auf Unterstützung von Außen angewiesen. Angehörige und Pflegebedürftige müssen sich nun die Frage stellen: Welche Form der Betreuung ist am besten geeignet – ambulante oder stationäre Pflege? Welche Vor- und Nachteile gibt es? Welche Kosten fallen jeweils an? Wer trägt die Kosten?

Was bedeutet ambulante Altenpflege?

Ambulante Pflege bezeichnet die Betreuung des Pflegebedürftigen in seiner eigenen Wohnung bzw. seinem privaten Wohnumfeld. Dies kann auch in Kombination mit der Unterbringung in einer Wohngemeinschaft, zum Beispiel als Betreutes Wohnen, erfolgen. Die Pflegefachkräfte oder ggf. die pflegenden Angehörigen besuchen die Senioren hierbei in regelmäßigen Abstand daheim und erledigen anfallende Aufgaben. Das können z.B. hauswirtschaftliche Tätigkeiten, wie das Erledigen von Einkäufen, Waschen von Kleidung oder Staubsaugen sein.

Zudem sind sie zuständig für die medizinische und pflegerische Betreuung der Betroffenen. Dazu zählen: Hilfestellungen bei Körperpflege und Ernährung, Medikamentengabe, Wechsel von Verbänden, Überwachung von Blutdruck oder Blutzucker usw. Auch die darüber hinausgehende Betreuung bei Freizeitaktivitäten oder ein Begleitservice zu Ärzten oder Therapeuten wird oftmals von ambulanten Pflegediensten angeboten.

Einige Pflegedienste bieten eine besondere Form der Betreuung an: die 24-Stunden-Betreuung. Wie der Name schon sagt, wird der Pflegebedürftige hier rund um die Uhr von einer Pflegekraft betreut. Dies lohnt sich vor allem bei Senioren, die körperlich sehr eingeschränkt sind und einen hohen Pflegebedarf haben.

Die Kosten der ambulanten Altenpflege

Kosten ambulante PflegeDie Kosten der professionellen ambulanten Altenpflege (also die Betreuung durch einen Pflegedienst) schwanken sehr stark, je nachdem welche Leistungen vom Pflegebedürftigen jeweils beansprucht werden. Rechnen Sie mit Stundensätzen zwischen 25,- und 40,- Euro. Dazu kommen noch Kosten für die Anfahrt. Die Pflegekassen bezuschussen je nach Pflegegrad zwischen 125,- und 1.995,- Euro im Monat. Alle darüber hinausgehenden Kosten müssen die Pflegebedürftigen bzw. deren Angehörige tragen. Erfolgt die Betreuung durch Angehörige, so haben diese einen Anspruch auf Pflegegeld, sofern der Pflegebedürftige mind. Pflegegrad 2 hat. Hier werden Beträge zwischen 316,- und 901,- Euro im Monat gezahlt.

Die 24-h-Betreuung ist allerdings eine private Leistung und wird daher nicht von den gesetzlichen Kranken- oder Pflegekassen bezuschusst. Hier können bis zu mehreren tausend Euro im Monat anfallen, da zusätzlich zu den Betreuungskosten auch die Unterbringung und Verpflegung der Pflegekraft bezahlt werden muss.

Was bedeutet stationäre Pflege?

Stationäre Pflege beschreibt die dauerhafte Unterbringung des Pflegebedürftigen in einem Alten- bzw. Pflegeheim. Dabei werden die Senioren rund um die Uhr medizinisch und pflegerisch betreut. Natürlich sorgt das Pflegeheim auch für eine entsprechende Verpflegung der Betreuten.
Gemeinschaftliche Aktivitäten und ein vielfältiges Beschäftigungsangebot zählen zudem zum Repertoire der meisten Einrichtungen. Ein Pflegeheim kümmert sich in der Regel auch um das Bereitstellen von therapeutischen Maßnahmen, wie Physio- oder Ergotherapie und regelmäßige ärztliche Kontrollen.

Kosten der stationären Pflege

Kosten stationäre PflegeDie Kosten der stationären Pflege teilen sich auf Unterbringungskosten, Kosten für Verpflegung, Kosten für die Instandhaltung der Einrichtung und natürlich Pflegekosten auf. Bis auf die Pflegekosten sind alle Kosten von den Pflegebedürftigen selbst zu tragen. Hier kommen durchschnittlich etwa 1.200,- Euro auf Sie zu. Die Pflegekosten werden je nach Pflegegrad teilweise und ganz von den Pflegekassen übernommen. Durchschnittlich betragen die Kosten etwa 1.800,- Euro im Monat. Je nach Pflegegrad können Sie mit Zuschüssen zwischen 125,- und 2.005,- Euro monatlich rechnen. Alle darüber hinausgehenden Kosten sind selbst zu tragen.

Die Vor- und Nachteile der beiden Betreuungsformen

Der größte Vorteil der ambulanten Altenpflege sticht sofort ins Auge: der Pflegebedürftige muss sein gewohntes Umfeld nicht verlassen. Das bedeutet natürlich auch für Angehörige eine Entlastung, denn sie müssen nicht den ggf. längeren Fahrtweg auf sich nehmen, um den Pflegebedürftigen im Pflegeheim besuchen zu können. Das Pflegeheim hat damit den klaren Nachteil, dass sich der Senior erst einmal in einen neuen Tagesablauf einfinden, neue soziale Beziehungen finden und Vertrauen in das Pflegepersonal gewinnen muss. Doch der Ortswechsel kann auch ein sinnvoller Schritt sein, wenn sich der Pflegebedürftige beispielsweise nach dem Tod des Partners sozial isoliert hat.

Ein weiterer Vorteil der stationären Pflege ist natürlich, dass eine Betreuung rund um die Uhr gewährleistet werden kann. So kann im Notfall schnell gehandelt werden und fachkundiges medizinisches Personal ist bei Problemen sofort zur Stelle. Dies kann die ambulante Altenpflege nur bedingt bieten – bei der 24-h-Betreuung durch eine Pflegefachkraft ist dieser Service jedoch möglich. Auch die Zuschüsse der Pflegekassen sind bei der Unterbringung in einem Altenheim deutlich höher, sodass sich die stationäre Pflege vor allem für Personen mit geringen finanziellen Mitteln anbietet.

Insgesamt kommt es auf Ihre persönlichen Bedürfnisse und Wünsche an, welche Möglichkeit besser zu Ihnen passt. Alles in allem lässt sich jedoch sagen, dass mit steigendem Pflegebedarf auch eine umfassendere Betreuung nötig wird, die in der stationären Pflege am besten gewährleistet werden kann.

Bildquelle: Alexander Raths, Katarzyna Bialasiewicz & Sandor Kacso – Fotolia- Fotolia


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