Selbstständigkeit im Alter erhalten: Tipps für mehr Lebensqualität und Sicherheit

Mobilität im Alter wahren

Altern ist keine Krankheit, sondern ein natürlicher Prozess. Damit dieser Lebensabschnitt positiv erlebt werden kann, sind die Aufrechterhaltung von Gesundheit, Sicherheit und sozialen Kontakten maßgeblich. Im Alter kommt es zum gehäuften Auftreten verschiedenster Krankheiten, welche vorübergehend körperlich einschränken oder eine chronische Benachteiligung und Behinderung nach sich ziehen. Um die Selbstständigkeit der Betroffenen zu erhalten und das Wohnen im gewohnten Umfeld weiterhin zu ermöglichen, sind verschiedene Maßnahmen hilfreich.

Älter werden in gewohnter Umgebung

Viele Senioren wünschen sich, im Alter ihren Haushalt weiterhin selbstständig erledigen zu können und die Wohnung nicht verlassen zu müssen. Ältere Menschen sehen sich tagtäglich ungewohnten Stolperfallen gegenüber. Duschvorleger, Teppichkanten, Treppenabsätze oder auf dem Boden verlegte Kabel bergen Sturzgefahren.

Der Haushalt wird plötzlich zur Belastung. Schränke lassen sich nicht wie gewohnt erreichen. Die Küchenarbeit macht Probleme, im Schlafzimmer tauchen Barrieren auf und auch die Körperpflege im Bad geht nicht wie gewohnt einfach und zügig von der Hand. Hier gilt es anzusetzen und die Voraussetzungen für ein barrierefreies Wohnen zu schaffen und älteren Menschen individuelle Hilfestellungen im Alltag zu bieten.

Küchen barrierefrei gestalten

Ist die Bewegungsfreiheit eingeschränkt, wird die Verrichtung alltäglicher Dinge zum Problem. Enge Räume, hoch gelagerte Ablagen, tief eingebaute Elektrogeräte oder schweres und heißes Kochgeschirr auf dem Herd gestalten alltägliche Abläufe beschwerlich. Es gilt, die Veränderungen im Alltag einzukalkulieren und sich mit der Planung zu befassen [1], bei der die Barrierefreiheit eine zentrale Rolle spielen sollte.

Um ein rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen, kommt es darauf an, Schränke und Arbeitsflächen auf eine angemessene Höhe zu bringen. In einem Einpersonenhaushalt kann die Anpassung individuell erfolgen. Leben mehrere ältere und körperlich eingeschränkte Personen zusammen, ist es von Vorteil, wenn sich die Oberschränke elektronisch in die gewünschte Höhe bringen lassen [2].

Stundenlanges Stehen am Herd ist für ältere Menschen oft nicht mehr möglich. Unter der Arbeitsplatte lässt sich ein Arbeitsstuhl deponieren, welcher bei Bedarf benutzt werden kann. Auch Rollcontainer lassen sich hier platzsparend unterbringen. Sind die Arbeitsplatten ausziehbar, entstehen variable und bequeme Abstellflächen.

Der Herd ist die größte Gefahrenquelle im Raum. Der Einbau eines Induktionskochfeldes reduziert die Gefahr von Verbrennungen. Die Platten heizen sich weniger stark auf und geben nur Wärme ab, wenn ein Topf auf dem Herd platziert wird.

Das seniorengerechte Schlafzimmer

Der Weg ins Schlafzimmer sollte sich barrierefrei erreichen lassen. Viele ältere Menschen haben einen unruhigen Schlaf und müssen nachts öfters die Toilette aufsuchen. Die gewohnten Betten werden häufig zur beschwerlichen und unbequemen Falle. Senioren mit körperlichen Einschränkungen fällt es schwer, aus der niedrigen Höhe aufzustehen. Betten mit einer Komforthöhe von mindestens 50 Zentimetern schaffen hier Abhilfe.

Ein verstellbarer Lattenrost ermöglicht es älteren Menschen, im Bett aufrecht zu sitzen oder die Beine hochzulagern und die Durchblutung anzuregen. Zu weiche Matratzen sind gegen Schlafunterlagen mit einem härteren Kern auszutauschen. In weichen Matratzen drohen die Senioren einzusinken und die Wirbelsäule wird nicht ausreichend gestützt.

Kleine Hilfsmittel, große Wirkung

Mobilitätshilfen im AlltagOft sind keine großen Umbauten notwendig. Bereits mit kleinen Helfern kann der Alltag besser bewerkstelligt werden. Im Bad bieten Haltegriffe mehr Sicherheit beim Betreten der Dusche oder dem Gang aufs WC. Auch Türschwellen lassen sich einfacher überwinden, wenn Griffe für sicheren Halt sorgen.

Das Zurücklegen längerer Strecken innerhalb der Wohnung lässt sich besser bewerkstelligen, wenn Stühle im Flur oder Badezimmer aufgestellt werden. Auch Stürze beim An- und Auskleiden lassen sich vermieden.

Die demenzgerechte Wohnung

Demenz kommt plötzlich und ist bisher nicht nachhaltig heilbar [3]. Von einer schrittweisen Verschlechterung des Zustandes ist auszugehen. Darunter leiden die Denkleistung und die kognitiven Fähigkeiten.

Der Verbleib in der eigenen Wohnung gibt Sicherheit und erleichtert die Orientierung. Um die Selbstständigkeit der Betroffenen zu erhalten und den Umzug in ein Pflegeheim zumindest hinauszuzögern, sind einige Vorkehrungen zu treffen.

  • Alltägliche Gebrauchsgegenstände und Türen werden mit wieder erkennbaren Farben und Symbolen gekennzeichnet.
  • Um die Unfallgefahr zu minimieren, werden Rauchmelder angebracht. Badewannen können mit einem Füllstandsmelder ausgerüstet werden. Ein Herd mit Abschaltautomatik verringert die Brandgefahr.
  • Für mehr Sicherheit bei Nacht sorgen Bewegungsmelder mit integrierter Beleuchtung. So finden sich die Betroffenen besser zurecht und die Sturzgefahr vermindert sich.
  • Um Demenzpatienten am unkontrollierten Verlassen der Wohnung zu hindern, werden Ausgänge mit dunklen Vorhängen oder Rollos versehen. Dunkle Flächen werden von Demenzkranken in der Regel gemieden.

Sicherheit mit Smart Home: Die besten Lösungen

Lassen sich alltägliche Abläufe nur noch schwer selbst erledigen, kann die Technik einspringen. Die Systeme zur intelligenten Vernetzung des eigenen Zuhauses helfen, die Lebensqualität älterer und gebrechlicher Personen zu erhalten.

Bestimmte Abläufe lassen sich automatisieren und auch bei der Überwachung des eigenen Zuhauses ist Smart Home eine zuverlässige (wenn auch nicht unumstrittene) Lösung. In die Alarmsysteme kann auch der eigene Notruf eingebunden werden und die automatische Information von Rettungsdienst oder Angehörigen ist auf Knopfdruck möglich.

Die besten Smart Home Lösungen für den Seniorenhaushalt:

  • Zugangskontrolle: Ein optisches Signal meldet Hörgeschädigten Besucher.
  • Schalter mit Symbolen: Sehbeeinträchtigte werden dabei unterstützt, das intelligente Zuhause zu steuern.
  • Eine Sensormatte vor dem Seniorenbett aktiviert bei Betreten das Licht im Badezimmer und minimiert die Unfallgefahr.
  • Automatischer Türöffner: Das Live-Bild wird von der Videokamera auf das Tablet des Nutzers übertragen. Dieser kann die Tür bequem im Sitzen per Fingerwisch öffnen.
  • Ein einziger Schalter löscht bei Verlassen der Wohnung alle Lampen und deaktiviert die Steckdosen. Nur Telefon, Kühlschrank und Waschmaschine bleiben intakt. Auch Heizung und Alarmanlage lassen sich in die intelligente Steuerung einbinden.

Mobilität im Alter erhalten

Die Selbstständigkeit im Alter ist mit dem Wunsch nach Mobilität verbunden. Ein selbstbestimmtes Leben zu führen heißt auch, kleinere Besorgungen noch weitgehend selbstständig erledigen zu können, soziale Kontakte zu pflegen und sich die körperliche Bewegungsfähigkeit möglichst lange zu erhalten.

Unbeweglichkeit im Alter kann verschiedene Ursachen haben:

  • Arthrose in den Gelenken
  • Multiple Sklerose
  • Schlaganfall
  • Demenz
  • verminderte Seh- und Hörfähigkeit
  • Angst und Depressionen

Die Verringerung der Mobilität ist eine natürliche Folge des Alters. Die Knochen werden poröser und die Muskeltätigkeit nimmt ab. Mit einer herabgesetzten Motorik verlängern sich die Reaktionszeiten. Die Gefahr von Stürzen und Unfällen nimmt zu.
Verschiedene Hilfsmittel können die eigene Mobilität erhalten oder zurückbringen:

Treppenlift

Treppenlift im AlterWird das Treppensteigen beschwerlich, kann über den Einbau eines Treppenlifts oder einer Alternative nachgedacht werden. Treppenlifte ermöglichen in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkten Personen den Verbleib in der eigenen Wohnung.

Treppenlifte lassen sich in der Regel einfach und ohne fremde Hilfe bedienen. Stark übergewichtigen Personen bieten Plattformlifte eine Alternative. Diese Hilfsmittel sind eigentlich für den Transport von Rollstühlen ausgelegt und erlauben den sicheren Transport von Lasten bis zu 300 Kilogramm.

Rollstuhl

Rollstühle stellen die Fortbewegung im eigenen Zuhause und im Freien sicher. Im Innenbereich werden leichtere Modelle mit kleinen Gummirädern empfohlen. Diese sind wendiger und robuster als die mit Luftreifen ausgestatteten sperrigen Rollstühle für den Außenbereich.

Rollstühle lassen sich mit vielen Extras aufwerten und den individuellen Bedürfnissen anpassen. Sitzkissen und Gehhilfenhalter zählen ebenso dazu, wie die Ausrüstung mit Licht oder Sicherheitsgurten.

Gehstützen

Gehstützen dienen der Entlastung von Muskeln und Gelenken und werden häufig nach Operationen eingesetzt, bis die volle Bewegungsfähigkeit wiederhergestellt ist. Es sind Ausführungen für Links- und Rechtshänder erhältlich. Gehstützen mit Achselstützen können Hände und Handgelenke entlasten. Um Gangunsicherheiten auszugleichen, sind Vierfußgehhilfen zu empfehlen.

Gehhilfen

Um die Mobilität zu erhalten und auf individuelle Einschränkungen einzugehen, lassen sich unterschiedliche Gehhilfen verwenden. Gehgestelle verhindern Stürze und ermöglichen den sicheren Gang. Rollatoren haben sich bewährt, um verschiedene Tätigkeiten im Haushalt und kleinere Einkäufe selbstständig bewerkstelligen zu können.

Bewegung für Senioren

Um die Beweglichkeit im Alter zu fördern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein täglicher Spaziergang hält Muskeln und Gelenke in Bewegung. Dabei sollten sich Senioren nicht überfordern. Es kann mit einem Rundgang durch den eigenen Garten begonnen und die Strecke langsam erweitert und ausgedehnt werden.

Senioren mit Gelenkbeschwerden finden bei der Bewegung im Wasser Erleichterung [4]. Die Gelenke erscheinen beweglicher, da der Druck des eigenen Körpergewichts entfällt. Wer es sich zutraut, kann täglich einige Bahnen schwimmen. In vielen Schwimmbädern oder Wellnesseinrichtungen wird Wassergymnastik angeboten.

Aktive Senioren können von der Anschaffung eines Elektrofahrrades profitieren. Damit lassen sich mit relativ geringer Anstrengung auch größere Strecken zurücklegen.

Fazit

In Würde zu altern, geht mit der Erhaltung der eigenen Selbstständigkeit einher. Damit sich Senioren auch weiterhin in ihrem gewohnten Wohnumfeld aufhalten können, sind barrierefreie Umbauten hilfreich. Häufig bieten bereits kleine Hilfsmittel nachhaltige Unterstützung. Durch die intelligente Haussteuerung lassen sich viele Prozesse vernetzen und Sicherheit und Komfort verbessern.

Wer im Alter mobil bleibt, kann weiterhin am Leben teilnehmen und sein Selbstwertgefühl steigern. Entsprechend dem individuellen Grad der Einschränkung erleichtern verschiedene Mobilitätshilfen den Alltag.
Für aktive Senioren ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben und die Beweglichkeit von Gelenken und Muskeln zu erhalten. Spaziergänge, Gartenarbeit, Schwimmen oder Radfahren sind geeignete Optionen.

Recherchequellen

[1] https://www.kueche-co.de/inspiration/magazin/planungstipps/barrierefreie-kuechen-planen
[2] https://www.online-wohn-beratung.de/wohnungsanpassung-barrierefrei-(um-)-bauen/ratgeber-wohnungsanpassung-barrierefrei-(um-)-bauen-tipps-loesungsbeispiele/kueche/barrierefreie-kueche/
[3] https://www.wegweiser-demenz.de/informationen/medizinischer-hintergrund-demenz/alzheimer/erste-anzeichen-alzheimer.html
[4] https://www.t-online.de/gesundheit/fitness/id_49525712/wassergymnastik-fuer-senioren-diese-uebungen-halten-fit.html

Bildquellen: Bild 1: stock.adobe.com © Rawpixel.com #208315728
Bild 2: stock.adobe.com © Jörg Lantelme #84034771
Bild 3: stock.adobe.com © Ingo Bartussek #62595250


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