Rente im Ausland beziehen – Welche Abzüge? Wann steuerfrei?

Rente im Ausland beziehenViele deutsche Rentner gehören zu den Auswanderern und möchten ihren Ruhestand im Ausland genießen. Schließlich gibt es viele schöne Fleckchen, in denen Sie auch mit deutscher Rente gut über die Runden kommen können. Jedoch raten viele Experten dazu, sich zuvor eingehend mit einer Rentenzahlung ins Ausland und den möglichen Folgen zu informieren. Für die meisten Versicherten ist die Deutsche Rentenversicherung des Bundes der richtige Ansprechpartner. Doch wo liegen die inhaltlichen Knackpunkte?

Der vorübergehende oder zeitlich begrenzte Auslandsaufenthalt

Der Rentenversicherungsträger zahlt in aller Regel die Rente in voller Höhe an seine Versicherten aus, wenn diese nur vorübergehend im Ausland leben. Hier gilt ein Zeitraum von sechs Monaten als begrenzter Auslandsaufenthalt. Hierzu gehören diejenigen, die in einem Ferienhaus oder einer Finca die Sommermonate bzw. deutschen Wintermonate verbringen möchten, anschließend aber wieder daheim wohnen möchten.

Diejenigen, die länger als sechs Monate im Ausland verweilen, begründen einen dauerhaften Auslandsaufenthalt. Unter Umständen sind dann Einschränkungen möglich, die sich in der Höhe der Rente oder auf den Rentenanspruch an sich auswirken.

Was kann zu Rentenkürzungen bei dauerhaftem Auslandsaufenthalt führen?

Renten bei verminderter Erwerbsfähigkeit werden vom Rentenversicherungsträger im Ausland nicht gewährt. In Deutschland wurden diese Renten zwar bewilligt, jedoch fanden die Betroffenen wegen ihrer eingeschränkten Erwerbsfähigkeit hierzulande keinen geeigneten Arbeitsplatz. Im Ausland kann der Arbeitsmarkt von der Rentenversicherung nicht überprüft werden, sodass eine Rentenzahlung in diesem Fall ausscheidet.

Ausgenommen sind hiervon diejenigen, deren Gesundheitszustand eine Voraussetzung für die Gewährung dieser Rente ist. Denn diese können auch im Ausland keiner Erwerbsfähigkeit mehr nachgehen. Aus diesem Grund erhalten Sie dann im Ausland eine Rente wegen verminderter Erwerbsunfähigkeit.

Leider müssen hierbei auch wiederum die Regelungen der Länder berücksichtigt werden, da etliche Sozialversicherungsabkommen eine entsprechende Gleichstellungsregelung enthalten. Relativ unproblematisch ist es in den EU-Ländern, in Island, Liechtenstein, in der Schweiz und in Norwegen.

Müssen Auslandsrenten versteuert werden?

Maßgeblich ist das Alterseinkünftegesetz aus dem Jahr 2005. Hierbei gilt die sogenannte nachgelagerte Besteuerung. Während die Beiträge zur Vorsorge als Sonderausgaben abgesetzt werden können, sind die Altersbezüge steuerpflichtig. Es wird davon ausgegangen, dass bis zum Jahr 2040 alle Rentner ihre Renten zu 100 % versteuern müssen.

Alle Deutschen haben mittlerweile eine Steuer-Identifikationsnummer erhalten. Die Rentenzahlungen werden von der Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen an das Finanzamt Neubrandenburg weitergeleitet. Von hier erfolgt auch die Erfassung aller Rentenzahlung für Rentner, die im Ausland leben.

Rente im Ausland SteuernRückwirkend ab 2005 erhalten nun alle Rentner im Ausland vom Finanzamt Neubrandenburg eine Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung. Problematisch ist, dass Auslandsrentner ihre Rente ab dem ersten Euro voll versteuern müssen. Es wird mit immensen Steuernachzahlungen gerechnet. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob Sie nur eine geringe Rente erhalten. Deutsche im Ausland sind aber nur beschränkt steuerpflichtig, wobei der Nachteil des Wegfalls des steuerfreien Grundfreibetrages bemerkbar macht.

Sie können als Rentner im Ausland aber einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht stellen. Dann werden Sie so behandelt, als würden Sie in Deutschland leben und profitieren wieder vom steuerfreien Grundfreibetrag. Es kann hierbei hilfreich sein, dem Fiskus mitzuteilen, ob und wie viel Einkommen Sie als Rentner im Ausland evtl. dazuverdienen. Die Einkünfte im Ausland dürfen nicht über 8.652 Euro liegen.

Was bedeutet eigentlich das Doppelbesteuerungsabkommen?

Deutschland hat mit einigen Ländern ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Dadurch sollen Rentner nicht noch zusätzlich durch den neuen Wohnsitzstaat besteuert werden. Als Rentner müssen Sie dann nur noch an den deutschen Fiskus Steuern von ihrem Renteneinkommen bezahlen, wenn Sie in Belgien, Großbritannien, Dänemark, Italien, Irland, Kroatien, Österreich, den Niederlanden oder Polen leben.

Interessant ist, dass zum Beispiel in der Schweiz, in Spanien, in Griechenland oder in den USA die deutschen Rentner nicht vom Finanzamt Neubrandenburg zur Kasse gebeten werden können.

Bildquelle: © Jacob Lund Photography & Janina Dierks – Fotolia


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Die Kommentare und Meinungen unserer Leser (Leserbriefe)

  1. Wilfried Geib kommentierte am 19. Februar 2019 at 2:42

    Die Deutschen sind doch so dumm und wählen ihre eigenen Henker alle 4 Jahre wieder.
    Alle re „gier“enden Parteien hatten bis heute bewiesen wessen geistes Kind sie sind.Weder Scheinchristen noch Scheinsolialisten noch Scheingrüne sind gegen die Besteuerung der Renten.. ganz im Gegenteil.
    Gute Nacht Deutschland.

    • Hallo Herr Geib, Sie sprechen mir aus der Seele. Die Deutschen sind wirklich die dümmste Schafherde, die hinter Ihrem Führer, sprich Regierung hinterher rennen. Ein erbärmliches Volk, daß sich von der Politiker-Kaste verarschen lässt, und das auch noch mit regelmäßiger Wiederwahl belohnt.

  2. Dieter Jachwitz kommentierte am 21. November 2018 at 7:15

    Ich lebe in Südafrika und muss auf meine Rente Steuern zahlen. Ich fühle mich als Rentner 2 Klasse,den wenn ich in Deutschland leben würde bräuchte ich keine Steuern zahlen.
    Der deutsche Staat ist in meinen Augen ein Abzocker.

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