Zusätzliche Erwerbsquellen im Alter – diese Möglichkeiten gibt es

Arbeiten trotz Rente

Für viele Senioren und diejenigen, die auf dem Weg dorthin sind, hieß die Rente bis vor einigen Jahren noch: Das Leben genießen und die letzten Jahre so auskosten, wie man es sich über 40 oder mehr Jahre gewünscht hat. Leider gelingt das heute nicht mehr allen; immer mehr Rentner müssen trotz Erreichen des Rentenalters weiterarbeiten oder Sozialleistungen beziehen, da die Rente schlichtweg nicht ausreicht. Diese Erkenntnis ist nicht neu, „Altersarmut“ inzwischen in aller Munde. Nur welche Möglichkeiten bieten sich für Rentner auf individueller Ebene an, wenn sie noch arbeiten müssen? Dieser Artikel stellt einige Ideen vor.

Nebenjobs auf 450-EUR-Basis

Grundsätzlich muss die eigene Konstitution im Vordergrund stehen, denn sie entscheidet darüber, welche Arbeiten überhaupt bis ins höhere Alter ausgeübt werden können. Wenn Senioren schon aus finanziellen Gründen weiterhin arbeiten müssen, so sollten sie natürlich nicht zusätzlich körperliche Beschwerden haben.

Natürlich könnten die Rahmenbedingungen für Menschen in Deutschland besser und vermutlich auch fairer in Bezug auf die zurückliegende Lebensleistung sein – aus einer existentialistischen Sichtweise betrachtet bietet sich jedoch durchaus die Möglichkeit Freude und Glück in „kleinen Anstellungen“ zu finden. So singt auch Marry Poppins „In every job that must be done, there is an element of fun“.

Vielfach gibt es folgende Bereiche, die oft auf 450-Euro-Basis abgerechnet werden:

  • Zeitungen austragen: Bei Tageszeitungen ist das Einkommen höher, doch müssen Senioren nun bis zu sechs Tage die Woche ein meist doch recht stattliches Revier in den Nachtstunden bedienen. Einfacher ist das Austragen der Wochenzeitung. Das findet zwei Mal wöchentlich statt, kann aber mit dem Sortieren und Einlegen von Werbeblättern in Verbindung stehen. Diese Teilaufgabe ist zeitaufwendig und durchaus anstrengend, doch gibt es je Werbeblatt meist einen Bonus.
  • Kantinen: Viele Kantinen oder auch Schulen und Kindergärten nehmen gerne Senioren für die Küchen. Oft sind es einfache Küchenarbeiten, aber auch die Hilfe bei den Kindergartenkindern kann zum Aufgabenbereich gehören.
  • Kinderbetreuung: Ein sehr beliebter und erfüllender Job, der – sofern nicht schon eigene Enkelkinder dort sind – frisch und jung hält. Es gibt sogar einen kleinen Trend zur »Mietoma« oder zum »Mietopa«. Junge Familien ohne Angehörige nutzen gerne Senioren für die zeitweise Betreuung, damit die Kinder in den Genuss von Großeltern kommen. Zugleich haben Senioren oft die notwendige Kindererfahrung. Und schließlich sagt auch ein afrikanischen Sprichwort: Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf. In einer zunehmend vereinsamenden Gesellschaft mit erodierenden Familien kann durch Hilfe bei der Kinderbetreuung viel gewonnen werden.
  • Verkäufer/Ladenhilfe: Auch als Verkäufer können Senioren oft noch arbeiten. Ist das nicht gewünscht, bieten etliche Niederlassungen von Supermärkten und Drogerien die Möglichkeit, als Ladenhilfe zu arbeiten. Bei dieser Arbeit müssen schlichtweg die neuen Waren in die Regale geräumt werden.

Wer körperlich nicht mehr so fit ist oder sich mit den genannten Minijobs nicht anfreunden kann, der hat natürlich auch die Möglichkeit, sich im Internet zu betätigen. Voraussetzung ist, dass Textprogramme beherrscht werden, wer noch mehr kann, der hat einen großen Bonus:

  • Texten: Warum nicht von zu Hause aus Texte erstellen? Für den Einstieg können durchaus entsprechende Börsen genutzt werden. Der Verdienst ist zwar sehr niedrig, dafür bieten sie die Gelegenheit, zu schauen, ob die Aufgabe überhaupt zu einem passt. Einige Menschen empfinden allerdings viel Spaß am Schreiben und können sich mit der Zeit durchaus eine Reputation aufbauen und höhere Artikelpreise verlangen.
  • Korrekturen: In Zeiten des Selfpublishings sind »Korrekturfeen« gefragt. Voraussetzung ist, dass die Sprache und Grammatik beherrscht wird und dass man Lust hat, sich auf die Fehlersuche zu begeben. Der Vorteil: Die Preise lassen sich oft selbst vereinbaren.
    Wer natürlich Fremdsprachen oder besondere Kenntnisse, beispielsweise rund um Photoshop und grafischer Gestaltung hat, der kann in diesen Bereichen sein Metier finden. Auch hier gilt, dass Selfpublisher immer auf der Suche nach guten Designern sind – das Alter spielt dabei gar keine Rolle.

Immobilie zu Geld machen

Die meisten Senioren wünschen sich zu Recht, bis zum letzten Atemzug in der eigenen Immobilie wohnen zu bleiben. Doch ist das nicht immer möglich. Entweder erfordert die Gesundheit ein Umdenken und plötzlich muss ein Pflegeplatz mitfinanziert werden, mal fressen die Kosten für den Unterhalt des Hauses die magere Rente auf. In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Verkauf: Durch den Verkauf einer Immobilie lässt sich der Lebensabend oft sehr gut stemmen. Je nach Verkaufserlös kann es gar möglich sein, eine kleinere Eigentumswohnung zu erwerben und mit dem übrigen Geld die Rente aufzustocken. Alternativ steht die Miete zur Wahl. Dazu die Worte der Schwiergeroma des Autors: Wenn ich gehe, nehme ich ehe nichts mit.
  • Umkehrhypothek: Bei dieser Variante verkauft der Senior bereits zu Lebzeiten [1] sein Haus an eine Immobilienfirma oder eine Bank und erhält wahlweise eine Einmalzahlung oder eine monatliche Rente, er darf jedoch bis zum Lebensende darin wohnen bleiben. Das Eigentum geht somit direkt auf den Geldgeber über, der Besitz aber erst nach dem Tod des Verkäufers. Diese Variante hat jedoch den Nachteil, dass der Verkaufserlös deutlich geringer ist als beim freien Verkauf. Der Geldgeber wird durch die niedrige Kaufsumme praktisch für die fehlende Nutzungsmöglichkeit des Hauses entschädigt.

In vielen Fällen ist die erste Variante sinnvoller. Wer rechtzeitig verkauft und eventuell eine schöne, seniorengerechte Eigentumswohnung findet, trägt weniger Kosten und kann die Rente gut aufstocken. Eine Alternative wäre Einmietung in entsprechende Seniorenprojekte mit betreutem Wohnen. Hierunter sind keine Betreuer oder persönliche Einschränkungen zu verstehen, sondern schlichtweg Personal innerhalb des Hauses oder des Blocks, das bei Bedarf hilft und unterstützend einwirkt.

Weitere Möglichkeiten im Überblick

Die beste Alternative wäre sicherlich, mit Eintritt ins Rentenalter endlich den Jackpot im Lotto zu knacken. Vielleicht stimmt die Losnummer auch mit der Ziehung der Rentenlotterie überein. Dabei ist der Gang in den Kiosk heutzutage gar nicht mehr nötig: Auf Portalen wie „Lottodoktor“ findet sich eine große Auswahl an unterschiedlichsten Lotterien [2]. Aber dies ist natürlich eine reine Glückssache und sollte schon gar nicht bei existentiellen Problemen erwogen werden. Es gibt aber auch Lösungen, die zugleich befreiend wirken können:

  • Ausmisten: Im Leben sammelt sich viel an. Wie wäre es damit, einmal auszumisten und zu versuchen, nicht mehr benötigte Habseligkeiten zu verkaufen? Auf Ebay Kleinanzeigen ist mittlerweile ein floriender virtueller Flomarkt entstanden, wo auch unzählige Artikel verschenkt werden [3].
  • Gemeinsam handeln: Dieser Tipp hat weniger mit dem Aufstocken der Rente zu tun, sondern mit Einsparungen. Gerade alleinlebende Senioren leiden unter dem typischen Singleproblem. Wie wäre es da, sich mit anderen zusammenzuschließen und Einkäufe, aber auch das Kochen gemeinsam zu gestalten? Das macht nicht nur Spaß und bringt Geselligkeit, die Lebensmittelkosten sinken oft sogar rapide ab.

Fazit: Es gibt durchaus Möglichkeiten des Zuverdienstes

Erwerbsquellen im AlterFür Senioren gibt es durchaus Nebenjobs und Verdienstmöglichkeiten, die sogar noch Spaß machen können. Die Freude daran hängt gewiss von der persönlichen Neigung ab, doch wer immer gerne mit Kindern zusammen war, der hat vielleicht Freude daran, sich als »Mietoma« oder »Mietopa« zu betätigen. Sollten keine eigenen Kinder vorhanden sind, ist auch die Überlegung, eventuelles Eigentum zu verkaufen, sinnvoll. Ein Immobilienverkauf garantiert in den meisten Fällen einen finanziell gut aufgestellten Lebensabend, der nun auch höchstens noch freiwillige Tätigkeiten erfordert. Lesen Sie ergänzend auch den Artikel zu den Vergünstigungen im Alter.

Recherchequellen

[1] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/bau-und-immobilienfinanzierung/umkehrhypothek-und-leibrente-mietfrei-im-zuvor-eigenen-haus-wohnen-10758
[2] https://www.lottodoktor.de/renten-online/
[3] https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-zu-verschenken-tauschen/c272

Bildquellen: Nikoline Arns & Toa Heftiba (Unsplash.com)


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