Gegen Ende eines langen, harten Arbeitslebens kommt verdiente Freude auf die Rente auf. Doch wie “üppig” wird die zu erwartende staatliche Rente ausfallen? Die Rentenhöhe hängt davon ab, wie viele Rentenpunkte während der Erwerbstätigkeit erworben werden konnten. Und ob Kinder großgezogen wurden. Wenn Sie 40 Jahre Vollzeit gearbeitet haben, könnten Sie sich eigentlich über eine hohe Punktzahl freuen. Eigentlich.
Doch nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Äußerungen der Ministerin Von der Leyen sind viele Einzahler verwirrt. 2500 Euro Bruttoverdienst bedeuten Altersarmut? Was ist mit den Zeiten der Kindererziehung? Und werden Sozialversicherungen zusätzlich abgezogen?
Die eigene Rentenhöhe berechnen
Die Höhe der zu erwartenden Rente hängt davon ab, wie lange und wie viel in die Rentenkasse eingezahlt wurde. Je mehr und je länger Sie eingezahlt haben, umso mehr Rente bekommen Sie später.
Die Deutsche Rentenversicherung berechnet die Formel folgendermaßen: Die unter Berücksichtigung des Zugangsfaktors errechneten persönlichen Renten- oder Entgeltpunkte werden mit dem aktuellen Rentenwert, sowie dem Rentenartfaktor multipliziert. Der Rentenartfaktor gewichtet die Funktion der Rente, bei der Altersrente gilt der Rentenartfaktor 1,0.
Das Ergebnis der Multiplikation ist die monatliche Bruttorente, von der noch Beiträge zur Krankenversicherung, zur Pflegeversicherung und eventuell Beträge der Einkommensanrechnung abgezogen werden. Für jedes Jahr, das Sie voll gearbeitet haben, bekommen Sie einen Rentenpunkt gutgeschrieben. Je mehr Rentenpunkte gesammelt wurden, umso üppiger fällt die Rente aus.
Für einen vollen Rentenpunkt müssen Sie in einem Jahr soviel verdienen wie ein deutscher “Durchschnittsverdiener”. Für die Hälfte des Durchschnittseinkommens erhalten Sie einen halben Rentenpunkt. Bei einem höheren Einkommen bekommen Sie mehr als einen Rentenpunkt, wobei die Zahl der erwerbbaren Rentenpunkte mit zwei begrenzt ist. Bei Arbeitslosigkeit wird eine Rentenanpassung nach unten durchgeführt.
Extrapunkte: Kindererziehung, Ausbildung und Pflege von Angehörigen
Es gibt Entgeltpunkte für bestimmte beitragsfreie Zeiten, wie zum Beispiel die Zeit der Kindererziehung. Für alle Kinder, die ab dem 1.2. 1992 geboren wurden, erhalten Sie drei Entgeltpunkte, für Jahrgänge davor immerhin einen Punkt pro Kind. Außerdem werden die Rentenbeiträge Erziehender zwischen dem 2. und 10. Lebensjahr der Kinder höher bewertet.
Auch für Adoptiv- und Pflegekinder können Sie Entgeldpunkte beantragen, da diese berücksichtigt werden. Ebenso wird die Pflege eines Angehörigen, die mehr als 14 Stunden pro Woche beträgt als Einzahlung gewertet. In dieser Zeit zahlt die Pflegeversicherung die Beiträge ein. Außerdem können in puncto Ausbildung pro Schul- oder Studienjahr 0,75 Rentenpunkte hinzugerechnet werden und pro Jahr der Berufsausbildung ebenfalls 0,75 Punkte (maximal jedoch nur 2,25 Punkte in beiden Fällen).
Von der Leyen warnt: weniger als 2500 Euro brutto = Altersarmut
Aktuell ist das Thema Rentenerwartung aufgrund eines Brandbriefes von Ursula von der Leyen wieder im Gespräch. Anfang des Jahres hatte die CDU-Politikerin in einem Schreiben behauptet, wer heute weniger als 2500 Euro brutto (bzw. 30.000 Euro brutto im Jahr) verdiene, sei als Rentner von der Altersarmut bedroht. Fast jeder erwachsene Deutsche machte sich nach dieser Äußerung selbst an die Rentenberechnung und war mitunter schockiert.
Die Begründung für das steigende Altersarmutsrisiko sind die beschlossenen Rentenreformen, nach denen das Rentenniveau bis 2030 von derzeit 51 Prozent auf 43 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns vor Steuern sinkt. Von der Leyen warnt in ihrem Brief, dass 40 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten, also auch über die gesetzliche Rentenversicherung versicherte, Geringverdiener (1,8 Millionen) keine private Altersvorsorge betreiben.
Abhängig von der Gehaltshöhe und Dauer der Einzahlung in Jahren wird die zu erwartende staatliche Rente eher üppig oder mager ausfallen. Trotz Anrechnung von den Jahren der Kindererziehung und Pflegezeiten wird die Rente bei vielen Arbeitnehmern nicht so ausfallen, wie sie es eigentlich “verdient hätten”.
Besonders die monatlich laufenden Kosten für Sozialversicherungen, die auch im Alter noch bestehen, könnten den Lebensstandard vieler Menschen in die Knie zwingen. Mit der einfachen Formel zur Berechnung der Rentenpunkte können Sie den monatlichen Betrag, der Sie erwartet, schon im Voraus einschätzen und in Erwägung ziehen zusätzlich vorzusorgen.
Das Rentenloch stopfen – es ist nie zu spät zusätzlich vorzusorgen!
Es gibt inzwischen eine Vielzahl an zusätzlichen Altersvorsorgeprodukten, die in Testberichten gut abgeschnitten haben. Neben der staatlichen Riester Rente, bei der für Väter und Mütter pro Kind Beiträge bezuschusst werden, lockt die Rürup Rente mit steuerlicher Absetzbarkeit. Doch auch andere Finanzprodukte im Bereich Altersvorsorge können überzeugen. Im Internet finden sich dazu viele Rechner, die über die gesetzliche Rentenversicherung Versicherten bei der Kalkulation helfen können. Diese Rentenrechner nutzen allerdings mitunter veraltete Daten als Berechnungsgrundlage.
Auch reguläre Kapitalanlagen wie das Tagesgeld oder das Festgeld eignen sich, Kapital verzinst beiseite zu legen. Die höchstmöglichen Renditen lassen sich unterdessen an der Börse mit Aktienfonds erwirtschaften, wobei es immer einer gründlichen Überlegung bedarf, bei der Altersvorsorge diesen mit dem Risiko des Verlustes verbundenen Weg einzuschlagen. Fakt ist dennoch: die wenigstens Menschen haben im Schnitt genügend Rentenpunkte sammeln können, um gelassen ins Alter gehen zu können.
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Das Bildmaterial in diesem Artikel wurde von den Fotografen Gerd Altmann und Michael Staudinger erstellt (Quelle: Pixelio.de)
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Gute Hilfe zur Berechnung!! Thanks
Guten Tag, ich habe über 20 Jahre lang gearbeitet und 2 Kinder groß gezogen. Der Dank scheint mir eine wirklich bittere Rente zu sein wenn ich die Rentenpunkte hier zusammenrechne. Da ich inzwischen alleinstehend bin weiß ich nicht wie ich mich nun verhalten soll… ich kann nur auf meine Kinder hoffen was mich aber an indische Verhältnisse erinnert. Wenn jemand Auswege kennt wäre ich über jede Hilfe dankbar. MfG Ursula Wittler aus Mainz
Ja da geht es den Beamten gut. Nie was einbezahlt aber eine Durchschnittsrente von 2700.- Euro. Da muß ein Arbeiter mit 6500.- Euro monatlich Brutto 50 Jahre einbezahlen, um diese Rente zu ( brutto ) erhalten. Ja die 2 Klassen Gesellschaft und Medizin haben wir schon lange.
Diese Neiddebatte gegenüber Beamten ist unerträglich. Zum einen ist es falsch, dass Beamte nicht für ihre Alterversorgung einzahlen. Die Beiträge werden einbehalten und nicht ausbezahlt. Bitte lesen Sie sich das nötige Wissen an, bevor Sie hier mit Nichtwissen nerven. Zum anderen habe ich gerade ausgerechnet, wenn ich Renter werden würde, und nicht Pensionär, hätte 70 Euro mehr Rente als ich Pension bekommen werde. Also: erst informieren, dann reden! Sollten Beamten nach 45 Arbeitsjahren!!! Ihrer Meinung nach nichts bekommen?
Nachtrag: Ein Beamter, der 2700 Euro Pension hat, war wengistens im gehobenen Dienst (Abitur, 3 Jahre Studium, mindestens 40 Vollzeit-Arbeitsjahre). Und die Pension muss versteuert werden und die Krankenkasse davon bezahlt werden. System verstanden? Also bitte nicht Hilfsarbeiter mit Staatssekretär vergleichen.
Rente was für ein großes Wort. Ich werde morgen 63 Jahre alt und könnte mit 35 Arbeitsjahren in Vorrente gehen. Meine eigentliche Rentenzeit beginnt 08/2015 mit einem Betrag von 566.00€ Brutto ,also unmöglich mit 63 Jahren schon in Rente zu gehen und ich bin kein Einzelfall! Bis heute habe ich mit Kindererziehung (1 Jahr) 49 Jahre ohne Unterbrechung, bis auf kleine Zipperleins gearbeitet und lag dem Staat nie auf der Tasche. Auch habe ich pünktlich immer das Finanzamt mit meinen Steuern bedient. Mit der Wende, machte ich mich als gelernte Buchhändlerin, mit einer eigenen Buchhandlung selbstständig. Damals gab es keine Fördermittel für Existenzgründer und man musste alles irgendwie selbst erwirtschaften. Damals waren die gesetzlichen Beiträge zur Rentenzahlung, auch die gesetzliche Krankenkasse für kleine Selbständige einfach zu hoch und bis heute hat sich daran nicht geändert . Wie ich, konnte viele kleine Selbständig diese hohen Beiträge nicht aufbringen. Für Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit bin ich vor 23 Jahren mit auf die Straße gegangen, war bis heute immer sehr fleißig und bekomme jetzt als Lohn… Armut. Die kleinst Unternehmer haben ebenfalls in dieser Gesellschaft nicht wirklich bei der Politik eine Lobby! Warum kann man für kleine Unternehmer nicht ebenfalls einen angemessenen Rentenbeitrag und eine Arbeitslosenversicherung von Seitens der Politik gestalten? Eigenständige Vorsorge, schaffen kleine Unternehmer niemals in diesen Zeiten, weil es die Instrumente für sie dazu gar nicht gibt .Sie lässt man mit ihren Hab und Gut einfach ausbluten. 20.03.2013
Ich finde diese Ungerechtigkeit unglaublich, auch ich habe noch nie etwas vom Staat erwartet, wollte es auch nicht,dann soll die Regierung auch gerecht mit den Rentenpunkten der Mütter sein, nein nicht gnädig 1 Punkt mehr sondern wie alle nach 1992 pro Kind 3 Rentenpunkte, die Diäten werden ja auch klamheimlich
erhöt, ungeheuerlich ,die zahlen ja auch die Bürger mit ihren Steuern.
Ich bin jetzt 36 Jahre alt, kann keine Kinder bekommen, bin verheiratet und gehe auf 450 Euro Basis arbeiten. Würde gerne Den ganzen Tag arbeiten doch dann zahle ich mehr an Vater Staat als das ich in meine Tasche verdiene. Habe bis jetzt 8 Punkte erarbeitet und bin schockiert was dabei rum kommt wenn ich jetzt noch bis 65 Jahre arbeiten gehen würde. Wie soll ich für die Rente vorsorgen privat! wenn kein Geld Ende des Monats übrig bleibt?? Eigentlich kann man mit dem bisschen Geld was übrig bleibt im Alter nur Auswandern ( z.B. Paraguay) dann kann man es wenigstens noch würdig Leben im Alter, nennen!
Der eigene Staat hat unsere Rentenkassen geplündert ( CDU ), dann sollte auch der Staat dafür gerade stehen, und nicht sein Volk aushungern lassen, so wie es jetzt der Fall ist, aber die Diäten erhöhen die sich ohne jeden gedanken an die Armen,und an unsere Kinder.
Das ist nur noch abscheulich,
man sollte endlich mal auf die Straße gehen, wie die Franzosen.
Wir können uns noch so viel austauschen über ungerechte Bezahlungen, im Elternhaus fängt alles an was aus uns wird. Vater Staat tut sein übriges dazu.
Der Mensch ist einfach wertlos geworden in unserer Gesellschaft, viele werden bis kurz vor der Urne arbeiten müssen zu Hungerlöhnen.
Mein Arbeitgeber hat mich einfach Ende des Jahres 2012 mit meinen 58 Jahren in die Arbeitslosigkeit geschickt. Er ist ein reicher Kotzbrocken mit schlechtem Charakter.
Rentenpunkte vorerst ade!
Wünsche auch anderen viel Glück in bessere Arbeit zu kommen, die es erwischt hat auf Kosten anderer leben zu müssen.
Manche Arbeitgeber wünscht man in die Wüste.