Altersvorsorge via Immobilie – ein Fokus auf die Risiken

Die zu erwartenden Renten werden nicht nur immer niedriger, die Lebenshaltungskosten steigen noch dazu und der Wert des Geldes sinkt. Wer da nicht seine besten Jahren mit sparen und knausern verbringen möchte, sollte möglichst rechtzeitig vorsorgen. Alternative Altersvorsorgemodelle gegenüber den üblichen Rentenversicherungen oder angesparten Lebensversicherungen bieten Immobilien.

Egal, ob man nun die eigene Miete einsparen möchte oder mit Vermietung ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften will, es gilt einiges zu beachten, damit der gute Plan auch aufgeht.

Lage, Substanz und Größe beachten

Will man die Immobilie selbst bewohnen – und sei es nur in Form von betreutem Wohnen -, sollte man bedenken, dass nicht nur für den Wert der Immobilie der Standort ausschlaggebend ist. Auch für die eigene Zukunft ist eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel irgendwann wichtig. Ein weiterer Fakt ist die Substanz des Hauses, damit später nicht wohlmöglich die Mietersparnis durch notwendige Renovierungen und Sanierungen aufgefressen wird. Bereits vorhandene Beschädigungen sollte man ruhig von einem Sachverständigen prüfen lassen.

Ein winziges Leck im Dach kann zum Beispiel schon seit Jahren Feuchtigkeit in Wände und Boden geleitet haben. Auch wenn zurzeit noch die Kinder daheim wohnen, kann ein zu groß bemessenes Eigenheim später zu einer Belastung werden. Das Gebäude muss geheizt werden und auch die Gebäudeversicherung ist natürlich bei einem größeren Haus kostspieliger.

Immobilie langfristig finanzieren

Ist man noch nicht im Besitz einer eigenen Immobilie, so lautet die erste Devise: ansparen! Die meisten Baufinanzierer sind in puncto Tilgung und Zinssatz gesprächsbereit, wenn man Eigenkapital vorweisen kann. Dies lässt sich gar mit der staatlichen Riester Rente bündeln, um zusätzlich staatliche Förderung zur Immobilienfinanzierung zu erhalten. In jedem Fall verschulden sich Immobilienkäufer hoch, weshalb das Investitionsobjekt immer auf Herz und Nieren geprüft werden sollte. Dabei sollte sich auch die Frage gestellt werden, ob das Haus oder die Wohnung komplett in Eigennutzung bleiben soll, oder auch das Vermieten eine Rolle spielen könnte.

Vermieten – Chance und Risiko

Der finanzielle Vorteil beim Vermieten liegt zunächst einmal klar auf der Hand, doch die Risiken wiegen heute schwer. Selbst wenn man nicht an den schlimmsten Fall, einen Mietnomaden gerät, kann ein Mieter den Verfall einer Immobilie enorm beschleunigen und sei es nur, weil er keinerlei Notiz von beispielsweise Undichtigkeiten in Dach oder Wasserleitung nimmt. Beschädigungen durch Mieter an Türen und Fenstern kommen ebenfalls recht häufig vor.
Es wird in Bad und Küche in unzählige Fliesen gebohrt um Haken anzubringen und beim Auszug häufig Müll hinterlassen. Mieter, die lediglich ihre Miete nicht zahlen, sind für Vermieter heute noch das kleinste Übel.

Das viel erschworene „Hauptproblem“ ist das Mieterschutzgesetz, das vorsieht, das der Vermieter für eine Räumungsklage dem Gericht gegenüber in Vorleistung gehen muss. Dabei handelt es sich schnell um mehrere Tausend Euro, die der Vermieter von dem ohnehin zahlungsunfähigen Mieter niemals wiedersieht. Doch ohne diese Vorleistung hat der Vermieter keinerlei Handhabe um einen säumigen Mieter aus der Wohnung zu bekommen. Sicher sind die allermeisten Mieter verantwortungsbewusste und zuverlässige Bewohner, doch die Anzahl der Mietnomaden ist in den letzten Jahren stark gestiegen und man sollte sich einfach des Risikos bewusst sein.


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