Kranke Nutztiere: Jedes vierte Tierprodukt betroffen

Tierhaltung24.09.2016 Die Verbraucherschutzorganisation FOODWATCH hat die Ergebnisse mehrerer Studien untersucht und kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Etwa jedes vierte Tierprodukt würde aus einem Tier produziert, welches unter einer Erkrankung gelitten habe. So hätten Milchkühe regelmäßig entzündete Euter und statistisch gesehen einmal jährlich andere haltungsbedingte Krankheiten. Jedes zweite Schwein teile dieses Schicksal. Jedes dritte eierlegende Huhn und jedes vierte Brathähnchen.

„Wer in den Bauern einfach Tierquäler sieht, liegt falsch. Sie sind Opfer eines Systems, das falsche Anreize setzt.“, wird Matthias Wolfschmidt von FOODWATCH zu der Studie zitiert. Vor allem der Handel sei verantwortlich für einen Wettbewerb, der sich nicht um Qualität, sondern nur um den Preis drehe – und das könne zwangsläufig nur zu Lasten von Tieren, Bauern und letztlich auch Kunden gehen.“

FOODWATCH fordert u. a. ein Gesetz für tiergerechte Haltung, formale Haltungskritierien für alle Betriebe und ein Vermarktungsverbot für nicht-tiergerecht erzeugte Lebensmittel aus Drittstaaten, um lokale Tierhalter nicht in Preiskämpfe zu drängen.

Tierschutzorganisationen bemängeln den Zustand der Tierhaltung in Deutschland schon seit Jahren. Wer als Verbraucher Missstände nicht unterstützen möchte, sollte bei tierischen Produkten nicht zu wenig Geld ausgeben und die Produkte verstärkt in Bioläden, auf Bauernhöfen oder Reformhäusern beziehen. Doch auch politisches Engagement kann die richtigen Signale senden.

Erstellt von Matthias Frohn am 24.09.2016.

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